Grönland als Teil der USA: Nur das kann Donald Trump noch aufhalten

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Grönland als Teil der USA: Nur das kann Donald Trump noch aufhalten – US-Präsident Donald Trump hat seine Forderung nach US-Kontrolle über Grönland in den letzten Wochen massiv verschärft und eine neue Krise in der NATO ausgelöst. Er argumentiert, dass Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit unter amerikanische Kontrolle gebracht werden müsse, um Bedrohungen im Arktischen Raum zu begegnen.

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Trump hat erklärt, dass alles weniger als eine vollständige US-Kontrolle über die halbautonome dänische Insel inakzeptabel sei.

Am 14. Januar 2026 fanden im Weißen Haus hochrangige Gespräche zwischen US-Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio sowie den Außenministern Dänemarks und Grönlands statt. Das Treffen endete in einer diplomatischen Sackgasse, wobei der dänische Außenminister erklärte, man habe es nicht geschafft, die amerikanische Position zu ändern.

Die aktuelle Krise: Trumps Forderung und diplomatische Sackgasse

Trump sagte, er würde Grönland haben, ob sie es mögen oder nicht. Die einzige konkrete Übereinkunft der Gespräche war die Einrichtung einer hochrangigen Arbeitsgruppe, die in den kommenden Wochen nach einem gemeinsamen Weg suchen soll.

Die grönländische Regierung hat Trumps Ansprüche kategorisch zurückgewiesen und betont, dass das Volk nicht Teil der USA werden wolle.

Es besteht eine grundlegende Meinungsverschiedenheit zwischen den Vereinigten Staaten einerseits und Dänemark sowie Grönland andererseits. Der Vorstoß wird als Verletzung der Souveränität betrachtet.

Europäische Antwort: Militärische Präsenz als politisches Signal

Als direkte Reaktion auf die US-Drohungen hat Dänemark seine Militärpräsenz auf der Insel verstärkt und europäische NATO-Partner um Unterstützung gebeten.

Mehrere europäische Staaten entsenden in diesen Tagen kleinere Militärkontingente nach Grönland. Bei der als Operation Arctic Endurance bezeichneten Mission handelt es sich um eine gemeinsame Übung und Aufklärungsmission.

Die Aktion soll primär ein starkes politisches Signal der Solidarität mit Dänemark und Grönland senden. Das Weiße Haus hat jedoch klar gemacht, dass diese europäischen Truppenbewegungen Trumps Absichten bezüglich Grönlands nicht beeinflussen werden.

Hintergründe und Motivationen des amerikanischen Vorstoßes

Trumps Interesse an Grönland ist nicht neu; er äußerte bereits 2019 den Wunsch, die Insel zu kaufen. Die aktuelle Situation wird jedoch als ernster und konkreter wahrgenommen.

Die offizielle Begründung der US-Regierung dreht sich um nationale Sicherheit und die strategische Bedeutung der Arktis. Analysten verweisen jedoch auch auf andere mögliche Motive.

Dazu zählen der Zugang zu reichen Vorkommen seltener Erden und anderen Bodenschätzen auf der Insel. Kritiker der US-Position argumentieren, dass bestehende Abkommen den USA bereits jetzt umfangreiche militärische Zugangsrechte gewähren.

Breite Ablehnung und tiefgreifende Konsequenzen für den Westen

Trumps Vorstoß stößt auf breiten und entschiedenen Widerstand. In Dänemark und Grönland wird die Forderung als völlig inakzeptabel betrachtet.

Eine Umfrage vom Januar 2026 zeigt, dass auch in den USA die große Mehrheit der Bevölkerung gegen einen Versuch ist, die Kontrolle über Grönland zu übernehmen.

Europäische Führungspersönlichkeiten warnen, dass ein solcher Akt das Ende der NATO, wie wir sie kennen, bedeuten würde. Die Krise hat bereits jetzt erhebliche Spannungen innerhalb des transatlantischen Bündnisses offengelegt.

Grönland als Teil der USA: Nur das kann Donald Trump noch aufhalten

Die Frage, was Präsident Trumps Bestrebungen zur Kontrolle über Grönland noch Einhalt gebieten könnte, führt zu mehreren kritischen Faktoren. Der massivste und direkteste Widerstand kommt von einer vereinten europäischen Front.

Dänemark hat als verantwortliche Schutzmacht nicht nur die US-Forderung kategorisch zurückgewiesen, sondern auch umfassende militärische und diplomatische Unterstützung seiner europäischen und NATO-Partner mobilisiert. Die symbolträchtige Entsendung von Truppenkontingenten unter dem Namen „Operation Arctic Endurance“ durch Staaten wie Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich ist mehr als eine Übung.

Es handelt sich um ein klares und unmissverständliches politisches Signal an Washington, dass eine Annexion nicht widerspruchslos hingenommen würde. Dieser geschlossene europäische Widerstand stellt eine erste, ernstzunehmende Barriere dar.

Ein weiterer unüberwindbarer Faktor ist der entschlossene Wille der grönländischen Bevölkerung selbst. Die halbautonome Regierung Grönlands hat sämtliche Überlegungen zu einem Wechsel der Staatlichkeit mehrfach und eindeutig abgelehnt. Sie pocht auf das Recht auf Selbstbestimmung und betont, dass die Zukunft der Insel in enger Partnerschaft mit Dänemark und nicht als Teil der USA liege.

Dieser innere Widerstand vor Ort macht ein friedliches „Übernehmen“ im Sinne Trumps praktisch unmöglich, da es keine lokale Basis für einen solchen Wechsel gäbe.

Zusätzlich wirkt innenpolitischer Druck aus den USA selbst, wo laut Umfragen eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung gegen einen solchen Schritt ist. Dies könnte Trumps Handlungsspielraum begrenzen, obwohl er solche Bedenken in der Vergangenheit oft ignoriert hat.

Das wohl gewichtigste Argument, das Trump letztlich stoppen könnte, sind die existenzbedrohenden Konsequenzen für das transatlantische Militärbündnis NATO. Führende europäische Politiker, darunter der polnische Premierminister Donald Tusk, haben unmissverständlich gewarnt, dass ein Annexionsversuch eines NATO-Mitglieds gegen ein anderes das Ende der Allianz, wie wir sie kennen, bedeuten würde.

Die NATO basiert auf dem Grundsatz der kollektiven Verteidigung; ein Angriff eines Mitglieds auf ein anderes würde dieses Fundament zerstören.

Die dadurch ausgelöste geopolitische Erschütterung und die strategische Isolierung der USA wären so immens, dass selbst für Trump die Kosten den potenziellen Nutzen bei Weitem übersteigen dürften. Letztlich ist es diese Drohung eines kompletten Zusammenbruchs der westlichen Sicherheitsarchitektur, die den stärksten Damm gegen seine Pläne bildet.

AspektDetails & Fakten
Aktueller US-AnspruchPräsident Trump fordert vollständige US-Kontrolle über Grönland; alles andere sei inakzeptabel. Begründet wird dies mit nationaler Sicherheit und der Abwehr von Bedrohungen in der Arktis.
Reaktion Dänemark/GrönlandKategorische Ablehnung. Dänemark spricht von fundamentaler Meinungsverschiedenheit. Grönland betont Selbstbestimmung und will nicht Teil der USA werden.
Diplomatischer StatusGespräche am 14.01.2026 im Weißen Haus endeten ergebnislos. Es wurde eine Arbeitsgruppe zur weiteren Prüfung eingerichtet.
Europäisch/NATO-ReaktionMehrere EU- und NATO-Staaten entsenden symbolische Truppenkontingente nach Grönland zur Übung und als politisches Signal der Solidarität.
Potenzielle KonsequenzenEin Annexionsversuch würde die NATO fundamental beschädigen bzw. beenden, da er das Bündnisprinzip untergräbt.

Bsp. Grafik: Grönland als Teil der USA: Nur das kann Donald Trump noch aufhalten (c) cc/NYT

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